leibniz

»DIGITALER WOHLSTAND FÜR ALLE. EIN UPDATE DER SOZIALEN MARKTWIRTSCHAFT IST MÖGLICH«

Von ACHIM WAMBACH, HANS CHRISTIAN MÜLLER

»Wohlstand für alle« nannte Ludwig Erhard sein Standardwerk 1957. Alle sollen sich freuen, dass die Wirtschaft wächst, weil alle etwas davon haben werden — so lautete, sinngemäß, das Credo des damaligen Wirtschaftsministers. Und die Soziale Marktwirtschaft hat geliefert. Heute, mehr als 60 Jahre später, stellt die Digitalisierung die Art und Weise, wie wir wirtschaften und arbeiten, vor neue Herausforderungen. Netzgiganten wie Google schwächen den Wettbewerb, statt Geld dominieren Daten das digitale Tauschgeschäft. Auf den Märkten von heute gelten andere Regeln. Das Modell, wie der Politiker es einst formulierte, braucht ein Update. Achim Wambach vom ZEW — Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung und der Datenjournalist Hans Christian Müller skizzieren, wie wir auch im Zeitalter der digitalen Ökonomie an Erhards Vision festhalten können — wenn wir jetzt die richtigen Weichen stellen. Getreu dem Motto: Alle sollten auf die Kraft der Digitalisierung hoffen, denn es ist möglich, dass alle davon profitieren.
MAREIKE-VIC SCHREIBER

Erschienen im Campus Verlag

»ZERRISSENE LEBEN.DAS JAHRHUNDERT UNSERER MÜTTER UND VÄTER«

Von KONRAD H. JARAUSCH

Sie wurden in der Weimarer Republik geboren und sind im »Dritten Reich« groß geworden, haben den Zweiten Weltkrieg überstanden und sich im geteilten Deutschland eine neue Existenz aufgebaut. Im Alter erlebten sie die Wiedervereinigung. 80 Zeitzeugen haben dem Historiker Konrad H. Jarausch ihre Lebensgeschichten erzählt. Es sind gebrochene Biografien, die sehr unterschiedlich verlaufen, auch wenn Kindheit und Jugend in Nationalsozialismus und Krieg einen gemeinsamen Ausgangspunkt bilden. Unter den Menschen, mit denen Jarausch gesprochen hat, sind glühende Unterstützer der Nationalsozialisten, eher unpolitische Zeitgenossen, aber auch jüdische Deutsche, die die Shoah überlebten. Jarausch, der Professor an der University of Carolina ist und mit dem Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam von 1998 bis 2006 ein Leibniz-Institut leitete, hat ihre Berichte zu einer überaus persönlichen Erzählung des 20. Jahrhunderts verbunden. »Ich wollte die große Geschichte auf das herunterbrechen, was mit den normalen Menschen passiert ist.«
DAVID SCHELP

Erschienen bei wbg Theiss

»TAUMELNDE GIGANTEN. GELINGT DER AUTOINDUSTRIE DIE NEUERFINDUNG?«

Von WEERT CANZLER, ANDREAS KNIE

Das Image von Autos hat sich verändert. Als privates Glück gelten sie immer seltener, vor allem Großstädter verzichten auf sie. Ist die Zukunft des Automobils also eine Geschichte signifikanten Wandels? Für Weert Canzler und Andreas Knie vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung deutet alles darauf hin. In ihrem kompakten, überblicksartigen Buch analysieren die Leibniz-Forscher neue Mobilitätskonzepte: Elektrofahrzeuge, Carsharing, moderne Nahverkehrsgestaltung, veränderte Arbeitsmodelle oder innovative Parkraumbewirtschaftung — die Liste der Möglichkeiten ist lang. Und was ist eigentlich mit der deutschen Automobilbranche, die laut den Autoren Innovationen verhindert, um auch weiter herkömmliche Verbrennungsmotoren produzieren zu können? Die beiden Mobilitätsforscher fordern nicht wenig: Die Hersteller müssten sich selber zerschlagen und dann neu erfinden, um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu sein. Wer die Mobilitätswende nicht aktiv mitgestalte, werde abgehängt — das gelte für Unternehmen, Verbraucher und den Staat. LINUS GOERICKE

Erschienen im oekom verlag GmbH

WAS LESEN SIE, FRAU BUSCH?

DIE DUNKLE SEITE DER LIEBE von Rafik Schami!

Rafik Schamis Roman wird vielfach als syrische Version von »Romeo und Julia« beschrieben. Er ist vor allem ein sensibles und von intimer Kenntnis des Landes zeugendes, gesellschaftskritisches Werk, dessen Lektüre zu einem vertieften Verständnis der Zerrissenheit Syriens beiträgt. Im Mittelpunkt steht die Liebe zwischen Rana und Farid, eine Liebe, die nicht sein dürfte, sind die beiden doch Sprösslinge zweier verfeindeter christlicher Clans. Ihre tragische Geschichte erzählt Schami durch viele kleine, kunstvoll miteinander verwobene Geschichten. Er beschreibt das unmittelbare soziale Umfeld der Liebenden mit seinen Zwängen, wie auch die gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen im Wandel der Zeit. Gleichzeitig lässt Schami seine Leser in das bunte Treiben des vorkriegszeitlichen Damaskus eintauchen, das einen unmittelbar in seinen Bann zieht. Viele Beobachtungen aus meiner eigenen Zeit in Syrien habe ich in seinem Werk wiederfinden können, sodass mich die Lektüre auch aufgrund persönlicher Erfahrungen sehr berührt hat. Rafik Schami ist einer der bedeutendsten Vertreter der deutschsprachigen multikulturellen Literatur. Sein wunderbarer, kurzweiliger Erzählstil lässt auch auf fast 900 Seiten keinen Moment der Langeweile aufkommen. ALEXANDRA W. BUSCH, Generaldirektorin des Römisch-Germanischen Zentralmuseums, Leibniz-Forschungsinstitut für Archäologie

Erschienen im dtv Verlag

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