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Raus an die frische Luft! Für Menschen, die in einer Großstadt wohnen, ist das oft gar nicht so einfach. Denn vor allem an vielbefahrenen Straßen ist die Luftverschmutzung enorm. Joggen oder einkaufen gehen, einen Spaziergang machen oder einfach nur lüften – kann so schnell zur gesundheitlichen Belastung werden.

An einem Freitagnachmittag im Mai steht Liina Tõnisson vom Leibniz-Institut für Troposphärenforschung an einer großen Kreuzung im Osten Leipzigs. In der Hand hält sie einen schwarzen Kasten, der durch ein langes Rohr Außenluft einsaugt, um sie auf Ruß- und Feinstaub-Partikel zu analysieren. Wie hoch die Schadstoffbelastung gerade ist, kann Tõnisson über eine App dann direkt auf dem Handy ablesen. Als ein LKW vorbeidonnert, schnellt die Anzeige in die Höhe. Mit einem Mal sind die Werte doppelt so hoch wie normal.

Mit dem Feinstaubrucksack misst Liina Tõnisson die Feinstaubbelastung in Leipzig.

Ein Jahr lang sind rund 100 Leipzigerinnen und Leipziger mit so einem Feinstaubrucksack auf dem Rücken freiwillig durch ihre Stadt spaziert, um die Feinstaubbelastung zu messen. »Luft Leipzig« heißt das Citizen-Science-Projekt. Und: Die Luftqualität ist hier in Leipzig ziemlich gut!

In vielen Großstädten, etwa in den boomenden Metropolen Chinas, sieht das aber anders aus. In ihre Luft, die sich eigentlich aus Stickstoff, Sauerstoff und einigen Spurengasen zusammensetzen sollten, mischen sich durch anthropogene – also menschliche – Aktivität Schadstoffe. Wir nennen das immer anthropogene Aktiviäten, sagt Hartmut Herrmann, der sich am TROPOS wie Liina Tõnisson mit Luftverschmutzung beschäftigt. Doch eigentlich könne man die Hauptquellen sehr klar benennen: Verkehr, Industrie und das Heizen in Häusern und Wohnungen.

Hartmut Herrmann untersucht die Ursachen von Luftverschmutzung ...
... Tamara Schikowski ihre Folgen für die Gesundheit.

Die freigesetzten Schadstoffe belasten nicht nur die Natur, sondern stellen auch eine Gefahr für unsere Gesundheit dar. Gerade Kinder, Ältere und Menschen mit Vorerkrankungen sind durch die winzig kleinen Feinstaubpartikel gefährdet. Sie können leicht ins Blutsystem gelangen, sich im ganzen Körper ausbreiten und Entzündungen, Demenz oder sogar tödliche Krankheiten hervorrufen, erklärt Tamara Schikowski vom Leibniz-Institut für umweltmedizinische Forschung in Düsseldorf: Wir reden wirklich über verkürzte Lebenszeit, über Menschen, die krank werden oder sterben.

Was aber muss sich verändern, damit die Luft, die wir atmen, uns nicht auf Dauer krank macht? Wie können wir der Verschmutzung ein Ende setzen?

Gemeinsam mit dem Podcast-Radio detektor.fm haben wir uns in Leipzig auf die Suche nach Antworten begeben. Mit Liina Tõnisson, Hartmut Herrmann und Tamara Schikowski hat unsere Reporterin Amelie Berboth ausführlich über Ursachen und Folgen von Luftverschmutzung gesprochen – und die Leibniz-Forscherinnen und den Leibniz-Forscher nach Gegenmaßnahmen gefragt.

Um die Luftverschmutzung und ihre Folgen zu reduzieren, sollte vor allem der Verkehr in den Städten verringert werden. Eine gute Alternative für bessere Luft: der Ausbau von Fahrradwegen. Auch deshalb haben sich Troposphärenforscherin Tõnisson und unsere Reporterin auf dem Rad über Leipzigs Luft unterhalten.

Den Beitrag hören Sie hier in voller Länge:

Für diese Reportage sind wir mit Liina Tõnisson mit dem Rad durch Leipzig gefahren ...
... und haben an verschiedenen Stellen in der Stadt die Schadstoffe in der Luft gemessen.
Mit so einem Feinstaubrucksack waren auch rund 100 Citizen Scientists ein Jahr lang in Leipzig unterwegs.
Durch ein Rohr saugt das Gerät Luft ein und analysiert sie, ...
... eine App überträgt die Ergebnisse aufs Smartphone, sodass Tõnisson direkt ablesen kann, wie hoch die Schadstoffbelastung gerade ist.
Auf unserer Tour durch Leipzig war auch ihre Tochter dabei. Normalerweise bringt Liina Tõnisson sie lieber auf Schleichwegen zur Kita, um sie vor Abgasen zu schützen.
Gesundheit · Umwelt · Verantwortung · TROPOS

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