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Wer, wie, was? Wieso, weshalb, warum? In der Rubrik »Frag Leibniz« können Sie – die Leserinnen und Leser unseres Magazins – aktiv werden. Stellen Sie den Forschenden der Leibniz-Institute Ihre Frage. Wir machen uns für Sie auf die Suche nach einer Antwort.

Die Frage dieser Folge lautet: Woran erkennt man, ob ein Diamant gefälscht wurde?

Die Antwort stammt von Ralf Thomas Schmitt vom Museum für Naturkunde Berlin. Er ist wissenschaftlicher Leiter der Mineralogischen Sammlung des Leibniz-Forschungsmuseums.

Manchmal sind Original und Fälschung nicht mehr zu unterscheiden.

RALF THOMAS SCHMITT

Ein 7 Milimeter großer Diamant in Konglomerat-Gestein.
Ein natürlicher Diamant – Durchmesser: sieben Millimeter – in Konglomerat-Gestein. Foto HWA-JA GÖTZ/MFN

Prinzipiell gibt es zwei Arten von Fälschungen bei Diamanten: Imitationen und synthetische Diamanten. Bei der Imitation werden natürliche oder künstliche Stoffe verwendet, die durch Aussehen oder Farbe den natürlichen Diamanten imitieren, aber nicht seine physikalischen Eigenschaften oder chemische Zusammensetzung besitzen. Hierzu wird zum Beispiel Moissanit (auch Carborundum genannt) verwendet, ein künstlich produziertes Siliziumcarbid. Oder Zirkonia, das aus Zirkoniumoxid-Pulver hergestellt wird – zum Beispiel für Schmuck.

Diese Imitationen können aufgrund ihrer physikalischen Eigenschaften oder durch ihre chemische Zusammensetzung erkannt werden. Ihre vom »Original« abweichende Kristallstruktur etwa ist durch Röntgenanalyse oder Raman-Spektroskopie bestimmbar. Die chemische Zusammensetzung des jeweiligen Untersuchungsgegenstandes kann zum Beispiel durch energiedispersive Röntgenspektroskopie ermittelt werden.

In vielen Fällen hilft bei der Frage, ob es sich um einen natürlichen oder um einen gefälschten Diamanten handelt, auch die Untersuchung der Wärme- und der elektrischen Leitfähigkeit. Die im Handel erhältlichen Diamantenprüfgeräte setzen auf diese beiden physikalischen Parameter – einzeln oder in Kombination. Allerdings sind inzwischen auch modifizierte Moissanit-Imitationen auf dem Markt, die mit solchen Geräten gar nicht mehr erkannt werden können. Hier hilft nur die Ermittlung der chemischen Zusammensetzung und/oder der Kristallstruktur weiter!

Kommen wir zu den synthetischen Diamanten. Sie werden in einem industriellen Prozess aus Kohlenstoff hergestellt und zwar durch Hochdrucksynthese. In ihren physikalischen Eigenschaften und der chemischen Zusammensetzung unterscheiden sie sich nicht von natürlich entstandenen Diamanten und sind daher viel schwieriger zweifelsfrei von diesen zu unterscheiden. Manchmal auch gar nicht.

Viele synthetisch produzierten Diamanten sind deshalb vom Hersteller gekennzeichnet: Mit einem Laser werden das Monogramm »CREATED« und eine Labor-Identifikationsnummer eingraviert. Letztere kann bei einer optischen Untersuchung unter dem Mikroskop erkannt werden. Allerdings halten sich nicht alle Hersteller synthetischer Diamanten an diese Übereinkunft. Eine weitere Möglichkeit synthetische Diamanten zu erkennen, sind Reste metallischer Katalysatoren, die sich in winzigen metallischen Körnern als Einschlüsse wiederfinden. Auch natürliche Diamanten weisen zwar Einschlüsse auf, die sich allerdings von denen synthetischer Diamanten unterscheiden.

Stellen auch Sie Ihre Frage!

Wie groß ist der Weltraum? Kann man Dinosaurier zum Leben erwecken? Und wie funktioniert eigentlich unser Denken? Wohl jede und jeder von uns hat schon einmmal die kleineren und größeren Fragen des Lebens gewälzt. In unserer Rubrik »Frag Leibniz« können Sie die Forscherinnen und Forscher der Leibniz-Institute um Antwort bitten. Sie wollen es wissen? Stellen Sie hier Ihre Frage – wir leiten Sie direkt an das passende Institut weiter.

Frag Leibniz · Geologie · MfN

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