Schwerpunkt N°9 · Erbe
Es verbindet Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Seit jeher knüpfen wir ans Erbe unserer Vorgänger an und fragen uns, was bleibt, wenn wir nicht mehr sind. Traditionen und Wissen werden über Generationen hinweg weitergegeben. Oft bereichern uns Erbschaften; manchmal wiegen sie schwer oder machen krank. Wir forschen, um zu bewahren — und müssen dann beherzt handeln. Denn heute entscheidet sich, wie wir die Erde kommenden Generationen hinterlassen.
Die Redaktion
Inhalt
Die Handlungen der Menschen leben fort in den Wirkungen.
GOTTFRIED WILHELM LEIBNIZ
Menschen dieser Ausgabe

ELISA SCHWARZ
Die Journalistin ist für uns nach Jena gereist. Dort traf sie Francesco Neri vom Leibniz-Institut für Alternsforschung. Er erzählte ihr auch von seiner Oma: Schlau sei sie gewesen, mit über 90 Jahren konnte sie noch Latein. »Neri beobachtete ihr Altern und wollte es verstehen — darum wurde er Forscher. Zum Abschied sagte er:›Stay young.‹«

SEBASTIAN KRETZ
Für leibniz ist der Autor bereits durch Leipzig geradelt und hat mit einem Biologen in den Nachthimmel geblickt. Dieses Mal war er in der Grube Messel. Von dort wollte er seinem Sohn ein Fossil mitbringen — musste diesen Plan aber verwerfen. »Die Archäologen erklärten mir: Fossilien brechen sofort auseinander, wenn man sie nicht professionell konserviert.«

ANDREAS GEHRKE
Wie sollten wir mit historischen Bauten verfahren? Sie abreißen? Oder restaurieren? Der Fotograf ist dieser Frage am Berliner Schlossplatz nachgegangen. 2008 fotografierte er dort die Überreste des Palasts der Republik, zehn Jahre später den Bau des Humboldt Forums. »Neubauten erscheinen mir neutral und in different, der Ort hat sein utopisches Potenzial verloren.«