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Sie wollen auch auf Pilzsuche gehen? Hier finden Sie 11 Tipps vom Experten!

Los geht’s in die Dölauer Heide! Wolfgang Brandt vom Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie (IPB) hat an diesem Samstag Ende September zu einer seiner Lehrwanderungen in das Waldgebiet am Westrand von Halle (Saale) eingeladen. Eigentlich ist Brandt Experte für Computerchemie in der Abteilung Natur- und Wirkstoffchemie des IPB, doch im Rahmen der Pilzberatung gibt er sein Wissen an Interessierte weiter. Im Wald und in Vorträgen sollen sie die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale von Speise- und Giftpilzen kennenlernen. Im Laufe des Tages werden sie unter anderem auf den schmackhaften Parasol, den giftigen Kartoffelbovist, den Halskrausen-Erdstern und den essbaren Klapperschwamm stoßen. Trotz suboptimaler Bedingungen – es hat lange nicht geregnet.

Eine Frau hält einen Parasol-Pilz in den Händen.
Der Parasol sieht nicht nur wunderschön aus, er ist auch sehr schmackhaft!
Ein in zwei Teile geschnittener Kartoffelbovist.
Der Kartoffelbovist ist innen schwarz, wenn man ihn aufschneidet, seine bräunliche Oberfläche erinnert an eine Kartoffel. Ist er schon etwas älter und tritt man darauf, entweicht ihm eine klein Staubwolke – er gehört zu den Stäublingen.
Ein Halskrausen-Erdstern auf einer Handfläche..
Erst in geöffnetem Zustand erkennt man den Halskrausen-Erdstern. Vorher ist der Fruchtkörper knollenförmig und unscheinbar.
Ein Klapperschwamm am Waldboden.
Der essbare Klapperschwamm fällt durch seine büschelige Form auf. Er gilt als blutdrucksenkender und tumorhemmender Heilpilz und ist in Japan sehr beliebt. Dort heißt er »Maitake«.

Insgesamt sind 49 Pilzfreundinnen und -freunde gekommen. Voller Vorfreude und mit (noch) leeren Körben schwärmen sie aus. Manche haben Pilz-Apps installiert, viele kennen sich schon richtig gut aus. Aber die Pilzwelt ist so vielfältig, dass man nie alles wissen kann. Die Funde, die nicht eindeutig zugeordnet werden können, werden herumgereicht, betutachtet, beschnüffelt oder sogar probiert. Bei den  Grünblättrigen Schwefelköpfen, die an einem morschen Baumstamm wachsen, sollte man das lieber lassen. Ihr »Genuss« führt zu starken Magen- und Darmstörungen, die tagelang anhalten können.

Auf die Wanderung ist auch Norbert Arnold mitgekommen, der wie Wolfang Brandt am IPB forscht. Er hat Fläschchen mit verschiedenen Chemikalien mitgebracht. Um zum Beispiel diesen Erdigriechenden Schleimkopf aus der Gattung der Schleierlinge sicher zu bestimmen, träufelt er etwas Kalilauge auf den aufgeschnittenen Pilz: Der verfärbt sich gelb – womit Arnolds Vermutung bestätigt wäre.

Die Ausbeute der Wanderung: Zum Abschluss werden die Pilze aus den Körben gefischt, auf einer Bank ausgebreitet und einer nach dem anderen besprochen. Links oben im Bild ist der Samtfußkrempling zu sehen, in der Mitte der Halskrausen-Erdstern. Der große weiße Pilz im Vordergrund heißt Unverschämter Ritterling, riecht widerlich und ist ungenießbar. Insgesamt konnte die Gruppe heute 37 Pilzarten identifizieren, deren Namen Wolfgang Brandt akribisch notiert. Davon sind nur wenige essbar: die Rotkappe, der Birkenpilz, der Parasol und der Klapperschwamm.

WOLFGANG BRANDT und NORBERT ARNOLD
wollen auch im kommenden Jahr wieder ihr Pilzwissen weitergeben. Bleiben Sie hier aum dem Laufenden über alle Termine und Angebote.

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