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»CHEMIE. VERBINDUNGEN FÜRS LEBEN«

Von ARMIN BÖRNER

Chemie hat Relevanz für unseren Alltag. Das möchte Armin Börner, Abteilungsleiter am Rostocker Leibniz-Institut für Katalyse, mit seinem Buch »Chemie – Verbindungen fürs Leben« zeigen. Aber: Chemie ist kein Zuckerschlecken, das macht der Autor schon in der Einleitung klar. Wir können mit ihr jedoch viele Phänomene unserer Umwelt verstehen. Zum Beispiel, warum Zucker ein schneller, aber nicht besonders lang anhaltender Energielieferant ist, dass Fett hingegen viel länger und mehr Energie liefert, weswegen wir es aber auch besonders in der Bauchgegend so schlecht wieder loswerden. Neben der Ernährung führt Börner durch viele weitere Bereiche: von der Formelsprache über die Chemie der Farben bis zur Genetik. Auf knapp 400 Seiten bewegt sich das Buch dabei an der Grenze zwischen einem etwas ambitionierteren Lesebuch und einem einführenden Lehrbuch für organische Chemie. An vielen Stellen zeigt es Anknüpfungspunkte zu Kunst, Philosophie oder Gesundheit — und damit besagte Relevanz der Chemie für den Alltag.
CHRISTOPH HERBORT-VON LOEPER

Erschienen bei wbg Theiss

»AVANTGARDE DER COMPUTERNUTZUNG. HACKERKULTUREN DER BUNDESREPUBLIK UND DER DDR«

Von JULIA GÜL ERDOGAN

Mit dem Triumphzug des Computers etablierte sich ab den späten 1970er Jahren eine völlig neue Kultur: das Hacken. In ihrer Dissertationsschrift zeichnet Julia Gül Erdogan vom Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam die Entwicklung des »Sozialtyps« Hacker in beiden Teilen Deutschlands nach. Diesseits und jenseits der Mauer habe er auf der Suche nach neuen Anwendungsmöglichkeiten und Verbesserungen mit der neuen Technologie gespielt. Ende der 1980er Jahre forderten dann auch Frauen zunehmend ihren Platz in der männerdominierten Jugendkultur ein. Doch »Haecksen« blieben — wie der Begriff – erst mal eine Randerscheinung. Dafür spielten die Computeramateure im politisch-öffentlichen Diskurs zumindest der BRD eine immer größere Rolle. Sicherheitslücken aufzuzeigen, sei da aber zunächst vor allem ein Nebeneffekt des Spiels mit der Technik gewesen. Übrigens gehörte es auch zur Hackerkultur, sich in Clubs und Vereinen zu treffen und zu vernetzen — ein Beispiel ist der Chaos Computer Club. Gül Erdogan konterkariert das Bild vom isolierten Computerfreak damit endgültig.
JULIA KITZMANN

Erschienen im Wallstein Verlag

»DIE VIELEN TODE DES JUD SÜSS. JUSTIZMORD AN EINEM HOFJUDEN«

Von YAIR MINTZKER

Als Karl Alexander von Württemberg am 12. März 1737 unerwartet stirbt, folgt noch in der Nacht die Festnahme: Joseph Süß Oppenheimer hatte dem Herzog als »Hofjude« gedient, war eng mit ihm befreundet; nun muss er sich vor einer inquisitorischen Untersuchungskommission verantworten. Noch bevor er für vermeintliche »Missetaten« gehängt wird, ist offensichtlich: Der Angeklagte steht nicht wegen der Verbrechen vor Gericht, die man ihm anlastet, der Fall Oppenheimer wird ein Sinnbild für Antisemitismus. Heute ist er vor allem aus Lionel Feuchtwangers Roman »Jud Süß« und dem hetzerischen NS-Propagandafilm bekannt, doch geht es um die reale Figur, bleibt vieles unklar, denn die Darstellungen aus der Zeit des Prozesses sind von Widersprüchen und Lügen geprägt. Um mehr über Leben und Tod des »Jud Süß« zu erfahren, rückt der Historiker Yair Mintzker vier ihrer Urheber in den Fokus: einen Ermittler, einen Universitätslehrer, einen zweiten »Hofjuden« und Oppenheimers ersten Biografen. Mintzkers Buch ist nun erstmals auf Deutsch erschienen. Herausgegeben hat es das Leibniz-Institut für jüdische Geschichte und Kultur — Simon Dubnow.
DAVID SCHELP

Erschienen bei Vandenhoeck & Ruprecht

»TIEFSEE. VIELFALT IN DER DUNKELHEIT«

Von THOROLF MÜLLER & GERD HOFFMANN-WIECK

Mit »Tiefsee — Vielfalt in der Dunkelheit« legt die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung das Begleitbuch zu den beiden neuen Themenräumen »Tiefsee« und »Meeresforschung« ihrer Dauerausstellung vor. Sie markieren den Beginn der umfassenden Modernisierung des Frankfurter Leibniz-Forschungsmuseums. Das in Zusammenarbeit mit dem Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel entstandene Buch widmet sich dem größten und gleichzeitig am wenigsten erforschten Lebensraum der Erde. 30 Autorinnen und Autoren beleuchten in kurzen Beiträgen ganz unterschiedliche Aspekte. Wie wird die Tiefsee genutzt, gefährdet und geschützt? Wie sehen die Kreisläufe und Zusammenhänge weit unter dem Meeresspiegel aus? Zahlreiche Bilder und Illustrationen machen diesen für den Menschen lebensfeindlichen und nahezu unerreichbaren Teil unseres Planeten zugänglich. Für Klima, Ernährung und Rohstoffversorgung spielt er eine wesentliche Rolle und birgt außerdem eine weitgehend unbekannte biologische Vielfalt mit Pelikanaalen, Fußballfischen und Teufelsanglern.
CHRISTOPH HERBORT-VON LOEPER

Erschienen bei E. Schweitzerbart

VERLOSUNG

Falls wir Ihr Interesse geweckt haben: Wir verlosen je drei Exemplare von »Chemie. Verbindungen fürs Leben«, »Avantgarde der Computernutzung. Hackerkulturen der Bundesrepublik und der DDR« und »Tiefsee. Vielfalt in der Dunkelheit«. Noch bis 15. Februar 2022 (Einsendeschluss) können Sie hier an der Verlosung teilnehmen. Die Gewinnerinnen und Gewinner werden von uns per E-Mail benachrichtigt.

Wir wünschen Ihnen viel Glück und viel Spaß bei der Lektüre!

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