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Am 5. Dezember hat die Leibniz-Gemeinschaft ihren neuen Präsidenten gewählt: den Wirtschaftswissenschaftler Christoph M. Schmidt. Wir gratulieren herzlich! Bevor im kommenden Juli seine Amtszeit beginnt, haben wir schon einmal sechs Fragen nach Essen geschickt, wo Schmidt bis dahin das RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung leitet.

LEIBNIZ Wenn Sie der Leibniz-Gemeinschaft einen Song zuordnen müssten, welcher wäre das?

CHRISTOPH M. SCHMIDT »Don’t stop me now« von Queen.

Wenn Sie drei Wünsche für Ihre Amtszeit frei hätten, was würden Sie sich von den 96 Leibniz-Instituten wünschen?

Erstens die Bereitschaft, sich auf gemeinsame, ambitionierte strategische Linien zu verständigen – entlang unseres einzigartigen Auftrags, Theorie und Praxis zu verbinden, um in der Lebenswirklichkeit bestehende Probleme zu lösen.

Zweitens den Willen, sich stetig weiterzuentwickeln – in der Forschung selbst, in Methoden und in der Organisation, aber auch in der effizienten Nutzung der verfügbaren Mittel.

Und drittens die Leidenschaft, einer breiten Öffentlichkeit unsere Forschung und vor allem den wissenschaftlichen Prozess mit all seiner Vorläufigkeit und Unsicherheit verständlich zu vermitteln und daraus entstehende Lösungswege aufzuzeigen.

All das wird mir als Präsident erlauben, unsere Gemeinschaft und die Wissenschaft insgesamt noch überzeugender zu vertreten, für uns zu werben und – wo nötig – auch zu streiten.

Ihre Amtszeit beginnt im kommenden Sommer. Die Frage, was Sie sich für Ihre Präsidentschaft vorgenommen haben, kommt sicher noch früh genug. Möchten Sie dennoch schon heute etwas nennen, das Ihnen besonders wichtig ist?

Die Leibniz-Gemeinschaft hat wie keine andere außeruniversitäre Wissenschaftsorganisation den Auftrag, Lösungsoptionen für Probleme zu erarbeiten, die wirkliche Menschen im wirklichen Leben betreffen. Unsere Stärke liegt darin, dass wir in unseren Reihen viele hervorragende Institute vereinen, die ein breites fachliches Spektrum spannen – das noch dazu von der Grundlagenforschung bis zum Prototyp des fertigen Produkts reicht. Diese Vielfalt befähigt uns besonders gut, diesen Auftrag zu erfüllen. Jetzt gilt es zunächst einmal, dieses Profil uns selbst und der Außenwelt noch deutlicher vor Augen zu führen.

Was sollten die Leibnizianerinnen und Leibnizianer über Sie wissen, was ihnen wahrscheinlich noch unbekannt ist?

Es trifft zu, dass ich meine Jugend als Kreisläufer beim Handball als hervorragende Vorbereitung für die wirtschaftspolitische Beratung ansehe: Um seine Aufgabe gut zu erfüllen, muss man dahin gehen, wo es weh tut. Es trifft aber nicht zu, dass ich etwas mit dem bekannten Schmidt Sting Pain Index zu tun hätte; das war der vor zwei Jahren verstorbene Justin O. Schmidt.

Ab Sommer wird Ihr Lebensmittelpunkt in Berlin liegen. Auf was freuen Sie sich jetzt schon? Und was werden Sie voraussichtlich an Ihrem derzeitigen Wohnort Essen vermissen?

In Essen habe ich viele liebe Menschen um mich, privat und beruflich, denen ich häufig begegne. Sie werde ich sicherlich vermissen, aber es gilt meiner Lebenserfahrung nach, auch immer bereit für neue Begegnungen und Bindungen zu sein.

Nach Ihrer Wahl steht jetzt erst einmal Weihnachten an. Wie werden Sie es verbringen?

Im engsten Familienkreis und mit dem – da sind alle, die mich kennen, gespannt – Versuch, ein paar Tage auf das Sichten der Mails zu verzichten.