leibniz

N°28

Nacht

Schwerpunkt N°28 · Nacht

Licht aus? Das gilt schon lange nicht mehr, wenn es auf der Erde Nacht wird. Denn auch im Dunkeln hinterlassen wir unseren Fußabdruck – grell leuchtend raubt er Tier- und Pflanzenwelt (und uns) den Schlaf. Doch es gibt sie noch, die echte Dunkelheit, die Zeit der rastlosen Vierbeiner, Schichtarbeiter, Feiernden – und unheimlichen Kreaturen. Wir haben uns auf die Suche begeben und erhellende Gespräche mit Forschenden geführt, die in Archiv, Labor und Feld manche Nacht durchwachen, um – im guten Sinne – Licht ins Dunkel zu bringen.

Die Redaktion

Sein nächtlicher Schlaf ist ununterbrochen, weil er spät zu Bette geht und das Nachtsitzen dem Arbeiten am frühen Morgen bei weitem vorzieht.

GOTTFRIED WILHELM LEIBNIZ (Selbstbeschreibung)

Menschen dieser Ausgabe

NELE BRÖNNER

Sie zeichnet viele Tiere – unsere Murmeltiere waren ihre ersten. Nach einem Gespräch mit Biologin Sylvia Ortmann war die Illustratorin »on fire«, die Nager in ihrer Winterfestung zu zeichnen. »Was habe ich doch für einen interessanten und schönen Beruf. Das hat, wunderbarerweise, auch Frau Ortmann über ihren gesagt.«

Photo by Marzena Skubatz Photography

MARZENA SKUBATZ

Auf einer Wanderung auf den Spuren der verlorenen Nacht wurde Marzena Skubatz bewusst, wie selten wir »echte« Natur noch erleben. Zwischen Stille und Sternen entstand ein neues Gespür für Licht und Orientierung. »Und für die Schönheit des Nicht-Sehens – auch wenn das für mich als Fotografin eine Herausforderung war.«

MANUEL STARK

Warum gehen Leute angeln? Stundenlanges Herumsitzen oder – schlimmer – Herumstehen, nur damit die Geduld mit fünf Minuten in Aktion belohnt wird. Unser Autor hat das nie verstanden. Dann begleitete er Fischereiprofessor Arlinghaus und begriff: Im Wechselfluss zwischen Mensch und Natur liegt die Magie des Staunens.