leibniz
Grafik des Covers von "Verfehlte Mission: Das geteilte Jerusalem und die vereinten Nationen"

»VERFEHLTE MISSION: DAS GETEILTE JERUSALEM UND DIE VEREINTEN NATIONEN«

Von YFAAT WEISS

Die Wahl des Themas ihres neuen Buchs traf Yfaat Weiss aus der Überzeugung, dass Ausnahmen oft die Regel bestätigen. In »Verfehlte Mission« betrachtet die Direktorin des Leibniz-Instituts für jüdische Geschichte und Kultur – Simon Dubnow ein kleines Areal in Jerusalem, dessen besondere Historie vielen unbekannt sein dürfte. Im Jahr 1948 wurde auf dem Skopusberg in Ostjerusalem, durch ein Abkommen zwischen Jordanien, Israel und der UN, eine entmilitarisierte Exklave unter Schirmherrschaft der Vereinten Nationen eingerichtet; diplomatisches Ringen um das Gebiet und Gewalttaten beider Konfliktparteien folgten. Weiss zeichnet nach, wie Israel zwischen 1948 und 1967 die Kontrolle über jüdische Besitztümer auf dem Gelände in eine de-facto-Souveränität über die gesamte Exklave ausweitete. Mit großer Sorgfalt beschreibt die israelische Historikerin das schrittweise Vorgehen Israels sowie die Unfähigkeit der UN, das ursprüngliche Abkommen und Grundsätze des Völkerrechts umzusetzen. Die Entwicklungen dieser 20 Jahre sind bis heute relevant, denn sie stehen exemplarisch für die Geschichte Israels und werfen Fragen zur Rolle der UN auf, die weit über 1967, Jerusalem und Israel hinausgehen.

MIRA SCHWEDES

Erschienen bei Jüdischer Verlag/Suhrkamp

Grafik des Covers von "Blühende Landschaften – Wie die Wissenschaft vereinigt wurde"

»BLÜHENDE LANDSCHAFTEN – WIE DIE WISSENSCHAFT VEREINIGT WURDE«

Von INGOLF VOLKER HERTEL

Als die Mauer fiel, ahnte der Physikprofessor nicht, dass er den Vereinigungsprozess der deutschen Wissenschaft entscheidend mitprägen würde. Er wurde Direktor eines übernommenen DDR-Akademie-Instituts, Gründungspräsident der Leibniz-Gemeinschaft und Berliner Staatssekretär. In seinem Buch beleuchtet Ingolf Volker Hertel die Transformation aus persönlicher Sicht. Mit umfassenden Quellen und Dokumenten-Anhang schildert er die Wendezeit, den Neuaufbau des Max-Born-Instituts in Berlin-Adlershof und die innovative Verwaltung durch den »Forschungsverbund Berlin«. Besonders wertvoll: sein 100-seitiges Kapitel zur Gründung der Leibniz-Gemeinschaft. Nach 1992 wuchsen die Institute der »Blauen Liste« durch 34 übernommene DDR-Einrichtungen auf über 80 an. Die bisherige »Arbeitsgemeinschaft« reichte nicht mehr. Der Wissenschaftsrat empfahl eine übergreifende Organisation. Die Konsolidierung war schwierig – weder Politik noch Wissenschaft erkannten die neue Gemeinschaft sofort an. Selbst der Name »Leibniz« galt als Anmaßung. Als Ehrenamts-Präsident erlebte Hertel die Herausforderungen hautnah mit – und teilt die Erfahrung nun im autobiografisch geprägten Werk.

CHRISTOPH HERBORT-VON LOEPER

Erschienen bei Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften

Stilisierte Illustration vom Cover des Buchs "Wo kommen bloß die vielen Autos her und wie werden wir sie wieder los?" von Andreas Knie

»WO KOMMEN BLOSS DIE VIELEN AUTOS HER UND WIE WERDEN WIR SIE WIEDER LOS?«

Von ANDREAS KNIE

Sie sind überall, stehen am Straßenrand, an Plätzen, in eigens für sie errichteten Gebäuden – und nicht selten mitten auf dem Radweg. Wie konnten Autos diese absurde Dominanz im Straßenbild erlangen? Andreas Knie, Soziologe und Mobilitätsforscher am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, setzt sich mit Ursprung und Folgen der Massenmotorisierung auseinander, die zu einer erheblichen Belastung für Mensch und Umwelt geworden ist. Die Dauerpräsenz hat viel mit staatlichen Subventionen wie Steuererleichterungen zu tun. Aber auch damit, dass Mensch sich nun mal schwer damit tut, liebgewonnene Gewohnheiten hinter sich zu lassen. Doch Knie macht Mut für eine mobile Wende: Schon jetzt fahren bei uns deutlich weniger Leute Auto, viele kommen mit alternativen Fortbewegungsmitteln klimaschonender von A nach B oder nutzen Carsharing-Dienste statt der eigenen vier Räder. »Der Zauber des Autos ist verflogen«, schreibt Knie. Ein Leben mit deutlich weniger Autos um uns herum – es sei möglich.

DAVID SCHELP

Erschienen bei Alexander Verlag Berlin

Grafik des Covers von "The wide wide sea"

WAS LESEN SIE, HERR IBERT?

»THE WIDE WIDE SEA von HAMPTON SIDES!«

Halb Roman, halb historischer Forschungsbericht, handelt das Buch von der dritten Entdeckungsreise von Captain James Cook. Sie startete 1776 in Plymouth mit dem großen Ziel, die wichtige Nordwestpassage im Nordpolarmeer erstmals von der Pazifikseite aus zu suchen. Von der Atlantikseite aus war dies zuvor mehrfach gescheitert. Das Buch offenbart viel über den Erkenntnisprozess: Auf seiner zweiten großen Expedition durchkämmte Cook den südlichen Indischen Ozean bis zur Antarktis auf der Suche nach der Terra Australis, einem hypothetischen Superkontinent, der bereits in der Antike als Gegengewicht zur landreichen Nordhalbkugel erdacht worden war. Cook fand im weiten Ozean allerdings nur wenige karge Inseln. Das Nicht-Finden prägt unser Denken genauso wie das Entdecken, nur weniger offensichtlich. Die Suche nach der Nordwestpassage endete in den Sommern 1778 und 1779 jeweils erfolglos im ewigen Eis. Die Zeit war noch nicht reif für diese Entdeckung. Dafür stieß Cook auf dem Weg zum Polarmeer auf etwas, wonach er nicht gesucht hatte: die Inselkette von Hawaii als nördlichsten Punkt der den Südpazifik umspannenden polynesischen Kultur. Beim Überwintern auf Hawaii fand er jedoch am 14. Februar 1779 seinen tragischen Tod – in einem eskalierenden Konflikt mit Polynesiern.

OLIVER IBERT ist Direktor des Leibniz-Instituts für Raumbezogene Sozialforschung (IRS).

Erschienen im PENGUIN RANDOM HOUSE

Verlosung

Wir verlosen je drei Exemplare von »VERFEHLTE MISSION: DAS GETEILTE JERUSALEM UND DIE VEREINTEN NATIONEN« (Stichwort: Verfehlte Mission) und »WO KOMMEN BLOSS DIE VIELEN AUTOS HER UND WIE WERDEN WIR SIE WIEDER LOS?« (Stichwort: Autos).

Um zu gewinnen, melden Sie sich mit dem jeweiligen Stichwort bis zum 15. April 2026 unter: verlosung@leibniz-gemeinschaft.de. Wir wünschen viel Glück!

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