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Was sind Pilze?

*Unsere Grafik basiert dieses Mal auf der Expertise des Leibniz-Instituts für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie — Hans-Knöll-Institut.

Auf den ersten Blick ähneln sie Pflanzen, doch im Stammbaum der Lebewesen bilden die Pilze ein EIGENES REICH.

Sie unterscheiden sich von Tieren durch ihre Zellwand und betreiben im Gegensatz zu Pflanzen keine Photosynthese. Schätzungen zufolge gibt es weltweit bis zu fünf Millionen Pilzarten. Ihr Großteil ist unentdeckt.

Nutzen & Wirkstoffe

Für die Medizin sind Pilze eine natürliche SCHATZKAMMER. Penicillin etwa, das ab 1928 den Weg für die moderne Antibiotikatherapie ebnete, wurde ursprünglich aus Schimmelpilzen der Gattung Penicillium gewonnen. Im Kampf gegen Malaria kommen Pilze als Insektizid zum Einsatz.

Schon vor mehr als 2.000 Jahren nutzten indigene Kulturen gezielt die Effekte halluzinogener »ZAUBERPILZE«. Heute werden neurowirksame Naturstoffe wie Psilocybin für die Behandlung psychischer Erkrankungen erforscht.

Toxische und heilende Wirkung liegen oft nah beieinander. Amanitin, das GIFT des Knollenblätterpilzes, ist beim Verzehr schon in kleinen Mengen tödlich. Gleichzeitig wird es als potenzielles Krebstherapeutikum getestet. Arzneimittel gegen Pilzinfektionen, sogenannte Antimykotika, basieren auf Wirkstoffen, die natürlicherweise in Pilzzellen vorkommen.

0,1%
Die rund 2.000 bekannten essbaren Pilze machen weniger als 0,1 Prozent aller Arten aus.
9 km²
umfasst das größte bekannte unterirdische Pilz-Netzwerk der Welt.
Illustration verschiedener Hutpilze. Auf und unter den Pilzen sind stilisierte Personen abgebildet, die Gegenstände wie eine Gießkanne und ein Reagenzglas tragen.

Bedrohung & Schaden

125 Mio.
Tonnen Ernte gehen jährlich durch PILZBEFALL verloren.

Pilze wie Candida albicans begleiten uns als harmlose Mitbewohner in und auf unserem Körper. Gerät das natürliche Gleichgewicht durcheinander, können sie Schaden anrichten.

Drei von vier Frauen infizieren sich in ihrem Leben mit einem Vaginalpilz. Gefährlich werden PILZINFEKTIONEN, wenn sie Blut oder innere Organe befallen. Solche invasiven Mykosen treten meist im Krankenhaus auf.

2,5 Mio.
Todesfälle im Jahr sind auf Pilzinfektionen zurückzuführen.

Eine UNSICHTBARE GEFAHR schwebt in der Luft. Winzige Sporen von Schimmelpilzen gelangen mit jedem Atemzug in die Lunge. Normalerweise beseitigt sie das Immunsystem. Bei immungeschwächten Menschen können sie Infektionen auslösen, die sich in schweren Fällen über die Nasennebenhöhlen bis ins Gehirn ausbreiten.

Stilisierte Illustration von Hutpilzen, Pilzsporen eine übergroßen Nase und einem Finger. Auf und neben den Pilzen stehen stilisierte Personen, die die Pilze untersuchen. Eine Figur betrachtet zwei Totenköpfe.
Bis zu 200.000 
Pilzsporen atmet ein Mensch täglich ein.

Im Klimawandel geraten manche Pilzarten unter Druck, andere haben sich an den globalen TEMPERATURANSTIEG angepasst – und damit an die Körpertemperatur des Menschen. So werden Pilzinfektionen zu einer wachsenden Gefahr. Auch Nutzpflanzen sind betroffen. Zunehmender Pilzbefall zerstört Ernten weltweit und bedroht die Ernährungssicherheit.

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